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Smartphone-Bank

Openbank: Neue Konkurrenz für ING, DKB und Co.?

Die spanische Santander will mit ihrer Digitalbank auf dem deutschen Markt angreifen. Im Angebot ist unter anderem ein Robo-Advisor zur digitalen Vermögensverwaltung.
 ie spanische Wirtschafts- und Finanzzeitung "Cinco Días" berichtete kürzlich, dass Grupo Santander das Geschäft mit ihrer Digitalmarke "Openbank" in Europa massiv ausbauen möchte. Die Direktbank startet demnach in "einigen Tagen" auf dem deutschen Markt und wird darüber hinaus in weiteren westeuropäischen Staaten sowie Lateinamerika expandieren. Nach Deutschland ist bis 2020 ein Start in den Niederlanden, Portugal sowie Argentinien geplant.

Die Internetseite von Openbank wurde bereits freigeschaltet. Potenzielle Kunden können sich hier für das Angebot voranmelden. Santander-Verwaltungsratschefin Ana Botín setzt große Hoffnungen in die Smartphone-Bank. Allerdings dürfte der Start im durch Sparkassen und Volksbanken geprägten, wettbewerbsintensiven deutschen Markt für die Spanier alles andere als einfach sein.

Girokonto und Vermögensverwaltung
Interessanteste Produkte sind zunächst neben dem kostenlosen Girokonto mit Apple sowie Google Pay-Unterstützung auch eine eigene Vermögensverwaltung per Robo-Advisor. In Spanien kündigte Scalable Capital hierzu bereits 2018 eine White Label-Lösung namens "Invertimos por ti" (dt. "Wir investieren für Dich") an, die nahtlos in das Online-Banking integriert wurde. Von daher ist davon auszugehen, dass Scalable mit seinem Robo-Advisor auch in Deutschland Partner von Santander sein wird.

Der Fokus von Openbank liegt ganz klar auf dem Smartphone. Kunden verfügen in der Banking-App unter anderem über eine vollständige Kartenverwaltung zur Steuerung der Limits und Einsatzmöglichkeiten ihrer Debit-Mastercard. Allerdings soll eine Kontoverwaltung laut Homepage auch über andere Geräte, wie den Internetbrowser möglich sein.

Ein besonderes Feature, welches man so bei anderen Banken nicht findet, ist eine kostenlose Passwort-Manager-Datenbank. So können Openbank-Kunden ihre Passwörter unter anderem für WLAN, soziale Netzwerke, Emails und Online-TV kostenlos in einem eigenen "Safe" hinterlegen.

In Spanien ist die Online-Bank mit Sitz in Madrid bereits seit 1995 aktiv und zählt dort mit fast 1,4 Millionen Kundenkonten zu den Marktführern. Darüber hinaus betreibt sie ein umfassendes, landesweites Geldautomatennetz mit circa 4.500 Standorten. Inwieweit deutsche Kunden künftig Zugriff auf dieses Netz erhalten, dürfte sicherlich für deutsche Spanien-Urlauber sehr interessant sein.

Zudem betreibt Santander in Deutschland ein eigenes Filialnetz. Es ist zwar aktuell noch Spekulation, aber durchaus vorstellbar, dass deutsche Openbank-Kunden dann zum Beispiel ähnlich wie Comdirect-Kunden bei der Commerzbank in den Santander-Filialen am Schalter Bargeld einzahlen oder größere Bargeldsummen abheben können.
von Björn König
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